Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Brooklyn Funk Essentials: Black Butterfly (Review)

Artist:

Brooklyn Funk Essentials

Brooklyn Funk Essentials: Black Butterfly
Album:

Black Butterfly

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Neo-Funk, R&B, Soul, HipHop, Jazz, Funk, Blues, Latin, Weltmusik

Label: Dorado Records/Bertus
Spieldauer: 41:23
Erschienen: 15.05.2026
Website: [Link]

„Der schwarze Schmetterling steht für Hoffnung, Erneuerung und unaufhaltsamen Wandel. Das achte Studioalbum der BROOKLYN FUNK ESSENTIALS unterstreicht die kontinuierliche musikalische Weiterentwicklung der Band. […] Live im Studio aufgenommen, präsentiert 'Black Butterfly' die hochkarätigen Musiker bei der Erkundung einer Fülle komplexer Rhythmen, analoger Instrumente, funkiger Jams und eingängiger Arrangements. Die BROOKLYN FUNK ESSENTIALS liefern mit diesem Album erneut Songs, deren Texte von Liebe, Respekt, Inklusion, Hoffnung und Träumen handeln.“ (BROOKLYN FUNK ESSENTIALS unter ihrer Homepage)

Sie scheint gänzlich grenzenlos – diese wilde Mischung aus R&B, Soul, HipHop, Jazz, Funk, Blues, Latin und fetten Beats, welche einem die 1993 von ARTHUR BAKER gegründeten BROOKLYN FUNK ESSENTIALS um die Ohren hauen, bis die ähnlich wild flattern und schlackern wie der schwarze Schmetterling, nach dem sie ihr bereits achtes Album benannten.
Black Butterfly“ ist genau so ein Album geworden, das einem von der ersten Minute an in die Füße und den ganzen Körper fährt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Eine kurze Pause gibt’s nur zum Umdrehen der LP.


Zum Glück, denn so kann man sich mal kurz besinnen, die wilden Rhythmen nachwirken lassen und dann auf ein wildes Neues die zweite funkige R&B-Achterbahnfahrt antreten, die dann allerdings auch so einige (hochinteressante) melancholische Momente offenbart.

Der schwarze Schmetterling gilt als Symbol der Hoffnung – und das betrifft vorrangig die zeitkritischen Texte auf „Black Butterfly“ – musikalisch allerdings fliegt er kunterbunt und in der schönsten Farbvielfalt über die zwei schwarzen Rillen und begeistert mit lebendigen Rhythmen, in den Liebe und Träume erklingen, aber auch der eine oder andere dunklere (Unter-)Ton nicht ausbleibt.
Allerdings ist ihr „Never Give Up“, der Song mit dem größten Pop-Appeal, durchgängiges Programm.
Vertraue dir selber und mache das beste daraus. Genau das ist den BROOKLYN FUNK ESSENTIALS auf „Black Butterfly“ gelungen.


Selbst ohne Gesang und mit jeder Menge Funk-Jazz-Flair überzeugen BROOKLYN FUNK ESSENTIALS auf ganzer Linie, wenn sie uns durch das geheimnisvolle „The Voodoo Gate“ auf eine gut siebenminütige Reise entführen, in der die Blasinstrumente die Führung übernehmen und auch das Tempo auf angenehme Weise zurückgefahren wird. Hier darf ein wenig funkig geträumt werden. Im Grunde das Highlight des Albums: düsterer Afro-Jazz voller Soul mit lateinamerikanischen Traditionen und einer gehörigen Prise Melancholie, die einerseits zum Träumen und andererseits zum Entspannen einlädt, aber trotzdem eine instrumentale Spannung aufbaut, die einen nicht aus ihren Fängen lässt.


Eine Besonderheit wiederum ist „Bust The Bus Stop“. Im Grunde eine echt olle Kamelle, fast 30 Jahre alt und basierend auf einem Disco-Line-Dance im Midtempo-Groove aus der Mitte der 1970er-Jahre. Der Mitbegründer der BROOKLYN FUNK ESSENTIALS, Lati Kronlund, stellt hierzu fest: „Letzten Sommer stieß ich auf diese alte Aufnahme und dachte, dass es ein perfekter Song für die aktuelle Besetzung wäre, um ihn in einen Party-Jam zu verwandeln.“
Mission gelungen!

So kommen einem GRACE JONES oder SLY STONE, aber auch EARTH, WIND & FIRE oder BLOOD, SWEAT & TEARS – um tief in der Nostalgiekiste zu wühlen – bei diesem breit aufgestellten Musiker-Kollektiv immer wieder in den Sinn.
Eine ideale Motown-Band!


Unverzeihlich ist allerdings, dass auf der LP die wahrhaft grandiose Cover-Variante von TALKING HEADs „Life During Wartime“ fehlt. Alles (bis auf „The Voodoo Gate“) hätte man gerne zum Kürzen auf Vinyl wählen können – aber nicht diese Hammer-Interpretation einer Kult-Band, an die man auch heute nicht oft genug erinnern kann.
Selten gelingt es einer Band, wenn es sich die Ausnahmenummer einer anderen Band vornimmt, dieser ein ganz spezielles, eigenständiges wie neues Antlitz zu verleihen. BROOKLYN FUNK ESSENTIALS meistern genau diese Herausforderung, verzichten aber leider auf dem schwarz gerillten Goldstück gerade darauf. Schade, denn gerade in diesen Zeiten hat leider dieser Kriegsszeit-Song aus dem Jahr 1979 (von „Fear Of Music“) nichts an Aktualität verloren.


Black Butterfly“, der Titeltrack mit einem deutlichen SANTANA-Hauch, spannt dann zum großen LP-Finale seine Flügel breit auf und schwebt erhaben über die LP-Rille. Das macht schlicht süchtig auf mehr und hinterlässt einen Eindruck der ersten Güteklasse.
Bei den BROOKLYN FUNK ESSENTIALS trifft der Soul der alten Schule auf den Funk der Neuzeit und vereint beide Stile als hoffnungsvoller schwarzer Schmetterling mit der großen Musikpalette aus R&B, HipHop, Jazz, Funk, Blues, Latin, Weltmusik und und und...
Musik die ins Blut und in die Füße geht, während der Kopf bei den Texten auch noch etwas zu tun bekommt. So gesehen „Shameless“ gut!


FAZIT: „Black Butterfly“ der BROOKLYN FUNK ESSENTIALS ist tatsächlich ein Schmetterling geworden, der erst um unsere Ohren flattert, sich dann darauf und schließlich darin niederlässt – und nicht wieder herauskommt. Neo-Funk und Neo-Soul voller jazziger und bluesiger Anwandlungen vom Feinsten, noch dazu in dermaßen fetten Vinyl-Sound, dass man sich weit hineinversetzt in die Siebziger fühlt, die allerdings klangtechnisch auf „Black Butterfly“ nach den modernen 2026er klingen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 158x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Seite A (19:06):
  • '77 Blackout (2:35)
  • Bust The Bus Stop (5:47)
  • Never Give Up (7:08)
  • Come Back 4 Real Love (3:36)
  • Seite B (22:17):
  • Shameless (4:14)
  • Voodoo Gates (7:31)
  • The Girl From Outer Space (7:03)
  • Black Butterfly (3:29)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Was kommt aus dem Wasserhahn?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!