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Yamirah's Solar Explorers: Andromeda Galaxy (Review)

Artist:

Yamirah's Solar Explorers

Yamirah's Solar Explorers: Andromeda Galaxy
Album:

Andromeda Galaxy

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Contemporary Jazz, Soul, Pop, Cinematic

Label: Fat Banshee Records
Spieldauer: 51:48
Erschienen: 30.01.2026
Website: [Link]

Was bitte ist 'Cinematic Jazz Pop'?
Endlich wieder eine weitere Schublade im großen Musik-Schrank, hinter dessen einer Tür sich das Jazz- und der anderen das Pop- und der dritten das Filmmusik-Genre verbergen. Drei Stilrichtungen, die eigentlich mehr gegen- als miteinander ihr musikalisches Dasein definieren.
Doch hier kommt Gitarristin Yamirah Gercke ins Spiel. Und ihre verrückte Idee, diesen Dreier so extrem unterschiedlicher Spielarten zu fusionieren und auf tatsächlich extrem spannende Weise in der Jazz-Soul-Pop-Instrumental-Band YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS zu vereinen. Dominieren aber tut der Jazz, dafür aber gibt es inmitten der „Andromeda Galaxy“ zugleich jede Menge an Soul- und Pop-Harmonien zu entdecken, nach denen man mit ein wenig Einfallsreichtum sogar tanzen könnte oder die sich bestens als Soundtrack für den einen oder anderen verträumten oder romantischen Film anbieten (Ideal hierfür: „Nowhere Local“). Ein wippendes Mitbewegen ist zumindest jederzeit drin, das bereits mit dem abgehobenen Album-Opener „Flying“ beginnt.


Auf dem Debüt „Andromeda Galaxy“ bestimmen die Gitarrentöne der Musikerin die Album-Szene, wobei artrockend Contemporary Jazz dem Indie-Soul, R&B und anspruchsvollem Pop das musikalische Händchen reicht und zum gemeinsamen Tanz um das goldene Musik-Kalb einlädt, das in puncto Jazz leider längst schon kaum noch eine Rendite abwirft. Sehr schade ist das – sagt aber auch viel über die Entwicklung unserer Musik-Szene aus, die sich heutzutage hauptsächlich über Klicks anstatt über Qualität definiert und rentiert.

Für den Hörer, der auf ruhigere und verhaltene, aber immer sich einfallsreichen Wechseln unterwerfende, auf viel Harmonie setzende Musik steht, ist das alles ein echter Genuss, bei dem besonders PAT METHENY und JAY STAPLEY glitzernd durchschimmern. Ungewohnt zwar, aber von Minute zu Minute faszinierender. Man ertrinkt regelrecht in diesem Album wie in einem Meer voller kunterbunter Korallen und Fische, die ständig ihre Farbe zu wechseln scheinen. Obwohl: Man soll ja auf dem Album nicht ertrinken, sondern hoch in der „Andromeda Galaxy“ schweben – wozu uns das Kosmonauten-Outfit auf dem LP-Cover bereits einlädt.


Aber auch das funktioniert bestens. Eine kosmische Reise auf der Milchstraße in Richtung funkelnder Sterne und Planeten, die allesamt ein farbenfrohes Eigenleben entfalten, während sie sich um die Yamirah-Gerke-Sonne drehen. Hier kommen dann auch diese Cinema-Emotionen auf, während Captain Kirk eben die guten YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS ans Enterprise-Steuer lässt, während der Teilchenbeschleuniger im höchsten Modus läuft. Obwohl die Gitarren-Dame gerne mit ihrem verhallten Gitarrenspiel oft einem Gitarren-Herren nacheifert, der besonders erfolgreich mit den frühen FLEETWOOD MAC seinen „Albatros“ steigen ließ. Also: Wer PETER GREEN mag, wird spätestens nach „Nowhere Local“ auch YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS mögen.


Sogar ein paar verspielte wie improvisiert wirkende Momente werden geboten, die dem Album eine echte Wende verleihen, wenn man an seinem „French Toast“ knabbert. Hier werden sogar alle Prog-Freunde aufhorchen. Ein tatsächlich ungemein starker Song – noch dazu weil hier auch alle Ossi-Freunde des grandiosen NIEMEN voll auf ihre Kosten kommen. Das versteckte wie gewagte Highlight auf „Andromeda Galaxy“, welches die buntesten Kreise rund um die Sonne zieht.


Wer noch mehr vergleichbare Anregungen hinter der Musik auf „Andromeda Galaxy“ entdecken will, der darf gerne auch den umfangreichen (deutschsprachigen) Text von Daniel Meteo auf der LP-Rückseite lesen, der mit folgenden, fast mythischen Worten beginnt: „Schauen wir in das musikalische Universum – glänzen mir nun ein paar Sterne mehr. Mit einem lockeren Zeichen in Richtung Erleuchtung – denn da wollen die YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS wohl hin. Und dieser Weg ist eigentlich genauso welt-, oder hier, galaxie-umspannend, wie bescheiden. Das Berliner Trio um Berklee-Gitarren-Absolventin Yamira Gercke schenkt uns eine so warme wie leuchtende Reise in die Andromedagalaxie.“
Am wärmsten strahlt und leuchtet diese inmitten der Tierwelt, in der zur „Giraffe“ als Gast an Flöte und Saxophon WALTER GAUCHEL geladen ist, dessen Instrumente sich ideal und viel Harmonie sowie besagte Wärme verbreitend diesem Stück eine gefühlvolle Tiefe verleihen.


In sich gekehrt und ruhig wirkt die Gitarristin auf der Bühne – genauso erscheint die Musik auf dem Tonträger. Man kann beim Hören in sich gehen, genießen und in seiner eigenen (inneren) Welt schweben.
Hektik, Stress und Alltagsprobleme bleiben einfach vor der Tür, die wir schließen sollten, bevor wir uns mitten hinein in den YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS-Kosmos begeben. Da benötigen wir keinen Kosmonautenhelm – wie auf dem LP-Cover – sondern viel mehr eine hochwertige Musikanlage oder leistungsstarke Kopfhörer, denn auch der Sound auf „Andromeda Galaxy“ ist ein Erlebnis, das bestens produziert seine komplette Klangschönheit entfaltet.
Andromeda Galaxy“ erschließt eine neue Musik-Galaxie, die Altbekanntes und Bewährtes neu anordnet und so seinen eigenen wohlklingenden Kosmos unter dem Begriff 'Cinematic Jazz Pop' entfaltet.

FAZIT: Jung, weiblich und als Musikerin fantastisch. So könnte man die jazz-affine Gitarristin Yamirah Gercke unumwunden beschreiben, die mit ihrem Trio YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS ein schwer beeindruckendes Debüt-Album veröffentlicht, dem sie als stilistische Richtung den Begriff 'Cinematic Jazz Pop' verleiht, der das kosmische Album „Andromeda Galaxy“ auf seinem Flug zur Sonne durchaus passend beschreibt. Eine Fusion, bei der die (oft auf tiefe und breit gefächerter Reverbs setzenden) Gitarrentöne der Musikerin häufig in den Vordergrund treten, wobei artrockend der ruhige Contemporary Jazz oftmals dem Indie-Soul, R&B und anspruchsvollem Pop unter die musikalischen Arme greift und dabei tatsächlich ein kleines Stück Musik-Gold hebt, das hoffentlich nicht nur in der Jazz-Szene seine Anerkennung findet. Mit Yamirah Gercke und ihren musikalischen Begleitern sollte man zukünftig unbedingt rechnen!

PS: Und wie sehr YAMIRAH'S SOLAR EXPLORERS auf einer intimen Bühne, wie der des wunderbaren Dresdner Blue Note (Absoluter Geheimtipp für alle, die Dresden einen Besuch abstatten!) funktionieren, darf hier bewundert werden:


Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 64x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (25:38):
  • Flying
  • Andromeda Galaxy
  • Badji
  • Giraffe (feat. Walter Gauchel)
  • I'm So Tired Of These Wars
  • Seite B (26:10):
  • Nowhere Local
  • Ode To Juergen
  • French Toast
  • Disco Pluto (feat. Su Terry & Selomé)

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