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Jimi Barbiani Band: Still In Love (Review)

Artist:

Jimi Barbiani Band

Jimi Barbiani Band: Still In Love
Album:

Still In Love

Medium: CD
Stil:

Blues Rock

Label: MIG music
Spieldauer: 44:18
Erschienen: 06.03.2026
Website: [Link]

Einen kitschigeren Albumtitel konnten der gute JIMI BARBIANI und seine Band wohl nicht finden: „Still In Love“.
Oder doch keinen schöneren?
Bei der Liebe gehen die Meinungen oft weit auseinander – vom Romantiker bis hin zum feministisch gelesenen, sich selber noch irgendwie definierenden und auf jeden Fall nur auf Gender***-setzenden, im Ernstfall jegliche Gleichstellungsparagraphen bemühenden Zeitgenoss*innen.
NENA würde da wohl „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ genauso durchdrehen wie alle, die noch auf ihr Gefühl, klare Erkenntnisse (Manchmal reicht doch tatsächlich ein Blick zwischen die Beine!), ihren Verstand und ungegenderten Rock von Hard bis Blues setzen. Nur ehrlich, direkt und unverfälscht muss er sein. Und er darf sich nur zu gerne um das ganz große Gefühl drehen: die unsagbare Kraft der Liebe. Und natürlich den Rock'n'Roll – womit wir bei dem italienischen (Oh, bei diesem Land noch ein fetter Aspekt in puncto Liebe!) Blues-Rock-Slide-Gitarristen JIMI BARBIANI, einer der besten Europas, wären.


Also keine Angst, ihr Liebesmüden!
Hier gibt's „Still In Love“ von der JIMI BARBIANI BAND für alle, bei denen Rock und die Liebe zählt, während meinetwegen Andere noch darüber nachdenken, als was für ein imaginäres Geschlecht sie sich definieren und wie sie 'gelesen' werden wollen. Denn wer als Gitarrist noch dazu einen 'Jimi' im Vornamen trägt, der ist einem HENDRIX auch verpflichtet und diesem großen 60er/70er-Jahre „Love & Peace & Rock'n'Roll“-Gefühl, in dem man Blumenkränze auf dem edlen Haupt trug, sich wie Indianer verkleiden oder in kunterbunten regenbogenfarbenen Klamotten einkleiden durfte, statt mit Regenbogenfahnen seine Was-auch-immer-aber-auf-jeden-Fall-gegen-Nazis-Gesinnung vor sich herzutragen. Das Leben und die Liebe genießen, egal wen man liebte, wo und wann...
...klar und deutlich, direkt auf die Zwölf und gerne ohne Hintergedanken und schlechtes Gewissen. Echt „Still In Love“ eben – ob Mann oder Frau, denn die Musik war der gemeinsam, leidenschaftliche Nenner!

Nun gut – da(s) denkt eben ein alter, weißer Kritiker-Sack: „Was waren das noch für Zeiten?“


Und wie schön die damals wie heue auch klangen (so wie eben auf „Still In Love“). Man denkt an die freie Liebe. Die Lust. Den Sex. Den Spaß. Manchmal auch ein wenig an den Hass, wenn's dann doch in die Hose geht mit der leidenschaftlichen Beziehung und sich der Flower-Pop plötzlich in einen Rosen-Krieg verwandelt. Aber immer zählt das große Gefühl. Und den dazu purpurnen Regen, der auf einen prasselte und die Geschichte aus Pop und Rock teilweise völlig neu definierte.
Wer dieses Gefühl ähnlich spürt, der lege bitte unbedingt „Still In Love“ von der JIMI BARBIANI BAND auf und singe mit ihm laut bluesrockend vielleicht gleich „Going Lazy“ mit, bis Barbiani dann zum großen E-Gitarren-Solo der Marke 'GALLAGHER meets HENDRIX' ansetzt, um uns daraufhin mit der akustischen, rein instrumentalen Slide-Gitarren-Ballade „Little Martha“ von Duane Allman (von den ALLMAN BROTHERS) zu verzaubern, um dann doch tatsächlich PRINCEs „Purple Rain“ als weitere, nunmehr achtminutige Blues-Ballade wiederzubeleben. Eine kluge Idee, diesen Mega-Kult-Song mal genau auf diese Weise erklingen zu lassen – natürlich wieder mit einem traurigen, tief emotionalen, fast 'weinenden' Gitarren-Solo versehen.
Wortwörtlich ganz großes Kino...


Dann dürfen aber die Taschentücher wieder weggesteckt werden, denn die Barbiani-Eigenkomposition „Mr. White“ meldet sich mit sattem Blues-Klang urig, bodenständig und rootsmäßig zurück, natürlich auch hier mit fettem Gitarren-Ausflug inklusive, das dann gleich vorsichtig den „Silent Pool“ besteigt und langsam dahintreibt, um in den fünf Minuten nach und nach an Fahrt aufzunehmen, bis dann TONY JOE WHITEs Krähenflug „As The Crow Flies“ als ein Mann, seine akustische Gitarre und seine Stimme dieses „Still In Love“ beendet, um den Hörer ebenso „Still In Love“ zurückzulassen.


FAZIT: Eine Band, die noch immer in leidenschaftlicher Liebe dem Blues-Rock verbunden ist, aber nur zu gerne auch auf die ruhigen, akustischen und balladesken Töne setzt. Der italienische Slide-Gitarrist JIMI BARBIANI setzt mit seiner Band auf „Still In Love“ genau auf die Liebe zum Blues, welche eben von ruhig bis rockig, urig bis modern alles zu bieten hat – besonders natürlich die bewundernswerten Gitarrenbeiträge, die in jedem der 9 Songs eine tragende Rolle einnehmen. Nicht umsonst zählt Barbiani zu den führenden europäischen Gitarristen, voller Blues im Blut und sogar die passende (mitunter rotzige) Stimme dazu. Die JIMI BARBIANI BAND verbreitet mit „Still In Love“ genau die Liebe (zum Blues und Rock), die der Album-Titel heraufbeschwört. Keine kitschigen Liebestitel zum Kuscheln, sondern bluesrockige Leidenschaft, die über die Ohren das Blut in Wallung versetzt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 94x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • I Miss The Rock'n'Roll
  • We Must Dream
  • Spend Me Your Light
  • Going Lazy
  • Little Martha
  • Purple Rain
  • Mr. White
  • Silent Pool
  • As The Crow Flies

Besetzung:

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