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Eddie Mulder & Friends: The Trail (Review)

Artist:

Eddie Mulder & Friends

Eddie Mulder & Friends: The Trail
Album:

The Trail

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock, Jazz, Weltmusik, Fusion, Instrumental

Label: Eigenpressung/Just For Kicks
Spieldauer: 54:17
Erschienen: 17.04.2026
Website: [Link]

„Anfang der Siebziger waren Bands wie Pink Floyd, Yes und Genesis meine Favoriten, später kamen Gong, Steve Hillage und Gentle Giant hinzu. Daran hat sich im Grunde nichts geändert, obwohl ich meinen musikalischen Horizont erweitert und unter anderem irische Folkmusik, Jazz, Weltmusik und New Age für mich entdeckt habe.“ (Eddie Mulder in seiner Bio auf seiner Homepage)

Wenn EDDIE MULDER als Bandmitstreiter auftritt, dann erklingt seine Gitarre im sanften Progressive-Rock-Bereich der Bands LEAP DAY und FLAMBOROUGH HEAD sowie neuerdings auch wieder bei den alten Prog-Haudegen TRION.
Entscheidet er sich allerdings dafür, solo zu seinem Sechssaiter (von denen er die unterschiedlichsten Varianten und Marken spielt) zu greifen, dann ist vom Progressive Rock nicht mehr wirklich viel zu hören. Dafür aber gibt es einen Ausflug in ganz unterschiedliche stilistische Gefilde, die in erster Linie fast durchgängig für Schönklang und Entspannung sorgen – mitunter progressiv, aber auch jazzig und weltmusikalisch, wie beim „The Trail“-Album-Opener „Ney“ sein können.


Hört man EDDIE MULDER & FRIENDS mit ihrem aktuellen Werk, so kommt einem unverhofft ANTHONY PHILLIPS, das früh geschasste Gründungsmitglied von GENESIS, der seine Gitarren-Künste nur auf „From Genesis To Revelation“ (1969) und „Tresspass“ (1970) unter Beweis stellen konnte, bis dann STEVE HACKETT übernahm, in den Sinn. Denn gerade dieser Phillips veröffentlichte daraufhin eine Vielzahl viel zu unbeachteter Solo-Alben, die trotz der mangelnden Aufmerksamkeit dank des (oft akustischen) Gitarrenspiels des GENESIS-Gründungsmitglieds begeisterten. Auf jeden Fall kommen einem beide Gitarristen und ihre Solo-Werke in den Sinn, wenn man EDDIE MULDER und seinen befreundeten Gästen folgt.
„Ethernal“ ist hierfür ein besonders aussagekräftiges Beispiel.


Oder nehmen wir „City Walks“, ein Instrumental mit ein paar eingestreuten Vokalisen, das anfangs wie die Filmmusik zu einem James-Bond-Film klingt, sich dann in Richtung zartem Jazz auf GONG-Pfaden entwickelt und am Ende in eine Synthie-Hymne übergeht.
Ein ungemein starkes Stück, das eigentlich jede Menge öffentliche Aufmerksamkeit verdient hätte.


Es ist definitiv nicht das einzige Stück, das einerseits verwundert und andererseits eine (ent)spannende Atmosphäre (mit stellenweise symphonischer Breitseite) zu entfalten versteht.
Noch spannender wird’s tatsächlich in „Chalk And Cheese“, in denen sich ein paar floydianische „Echoes“-Momente breitmachen.


Schon das fünf Jahre zurückliegende Doppel-Album „Blind Hunter“ begeisterte mit ähnlich ambitionierter, von Mulders Gitarren-Sounds bestimmten Klängen, sodass die späte Fortsetzung genau an diesem Punkt anknüpft und wohlklingende Instrumentals zu Gehör bringt, wie sie beispielsweise auch von HACKETT bis HOWE auf ihren von akustischen Gitarren bestimmten Solo-Instrumental-Alben zum Ausdruck bringen, wobei spätestens diese beiden Musiker als offensichtliche Parallele bei „Fantasy“ durchklingen.


Den Phantasien eines EDDIE MULDER sind jedenfalls auf „The Trail“ keine Grenzen gesetzt und diese dürfen gerne die Hörer – mitunter in Erinnerungen schwelgend – für sich selber ausloten. Garantiert werden sie viel Freude daran haben, weil EDDIE MULDER & FRIENDS vordergründig auf die harmonischen, akustischen Momente der Musik setzen und für eine beruhigende, bei all der Abwechslung aber trotzdem aufregende Stimmung sorgen, in der technisch perfekt erscheinende Kompositionen auf echte Emotionen und die ganz hohe Spielkunst aller beteiligten Musiker treffen, die am Ende des Albums dann geballt noch einmal im finalen, titelgebende Longtrack gebündelt werden.


FAZIT: Er ist nicht wirklich der einsame Wolf, dem er in „Lone Wolf“ einen besonderen Klang aus verträumter Gitarre und geheimnisvoller Bandbegleitung verleiht, welche den Wolf sogar zum Heulen bringen. Denn EDDIE MULDER erscheint auch auf seinem bereits 11. Solo-Album mit jeder Menge FRIENDS, die ihn tatkräftig unterstützen und sein Spiel an der Gitarre auf „The Trail“ durchgängig mit Schönklang und Entspannung vertonen – mitunter progressiv, aber auch jazzig oder vom Folk getragen und weltmusikalisch. Ein Instrumental-Album für die besonderen Momente, in denen man sich fallen lassen kann und wirklich mal nicht im Sinne Anderer zu funktionieren hat. Weiter so, Herr Mulder, denn solistisch überzeugen Sie mitunter noch mehr als bei ihren Bands LEAP DAY und FLAMBOROUGH HEAD.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 89x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Ney
  • City Walks
  • Fantasy
  • Bansuri
  • Ethereal
  • Lone Wolf
  • Chalk & Cheese
  • Katsura
  • The Trail

Besetzung:

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