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Deaf Beat Vanguard: Libido-Induced Anabasis (Review)

Artist:

Deaf Beat Vanguard

Deaf Beat Vanguard: Libido-Induced Anabasis
Album:

Libido-Induced Anabasis

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Funky Progrock, Crossover

Label: Gymnocal Industries
Spieldauer: 43:23
Erschienen: 05.06.2026
Website: [Link]

Die italienischen Funk-Prog-Rocker DEAF BEAT VANGUARD machen auf ihrem Erstling „Libido-Induced Anabasis“ ihrer eigenen Genrebezeichnung alle Ehre und servieren eine schweißtreibende Mischung aus kantigen Gitarrenriffs, vertrackten Arrangements und durchgehend groovenden Rhythmen. Bereits der Opener „Epitome Of Evil“ klingt wie ein ebenso ungewöhnliches wie reizvolles Aufeinandertreffen von LIVINNG COLOUR, DREAM THEATER und RAGE AGAINST THE MACHINE: druckvolle Riffs treffen auf technische Finesse.



Mit „Underworld Debauchery“ verschmelzen die Italiener erneut mehrere Stilrichtungen zu einem ebenso wilden wie faszinierenden Klanggebilde: Rock prallt hier auf Jazz, Funk und eine ordentliche Portion Punk-Attitüde, während permanente Tempo- und Rhythmuswechsel für zusätzliche Dynamik sorgen. „Candyshop“ schwingt anschließend erneut die Funk-Rock-Keule und stürmt mit messerscharfen Riffs, virtuosen Licks und jeder Menge Vorwärtsdrang aus den Lautsprechern. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „The Devil You Don’t Know“, das den ohnehin energiegeladenen Sound mit einer Gitarrensolo-Homage and TOM MORELLO veredelt.



Gitarre und Bass liefern sich über die gesamte Spielzeit hinweg atemberaubende Duelle und scheinen sich gegenseitig permanent in Sachen Fingerfertigkeit übertreffen zu wollen. Doch anstatt sich in bloßer Virtuosität zu verlieren, finden die beiden Instrumente immer wieder punktgenau zusammen, um die nächste Groove-Welle loszutreten. Dahinter agiert die Rhythmusfraktion mit beeindruckender Spielfreude: Die Drums machen jede noch so vertrackte Wendung mit und schrecken selbst vor jazzigen Einlagen nicht zurück.
Über allem thront die Stimme von Andrea Mereghetti, die sich beinahe chamäleonartig jedem Song anpasst – mal melodisch singend, mal wütend schreiend, mal sprechend und erzählend. Besonders deutlich wird diese Vielseitigkeit in „A Ware Ness“, dessen musikalische Ausrichtung sich gefühlt im Minutentakt verändert und den Vocals reichlich Raum gibt, ihre gesamte Bandbreite auszuspielen.
So entlässt uns schließlich „No Whine Left Behind“ – allein für diesen Songtitel gibt es Bonuspunkte – mit klingelnden Ohren, leicht erschöpft, ein wenig sprachlos und vor allem mit der Frage: Was zum Teufel war das eigentlich für ein Ritt?



FAZIT: Mit „Libido-Induced Anabasis“ liefern die Italiener ein ebenso verrücktes wie faszinierendes Crossover-Album ab, das sich konsequent jeder stilistischen Schublade verweigert. Funk, Prog, Rock, Jazz und Punk gehen hier eine höchst unterhaltsame Symbiose ein, die von enormer Spielfreude und beeindruckender Virtuosität getragen wird. Trotz aller technischen Klasse verliert die Band dabei nie den Blick für Groove, Dynamik und Songdienlichkeit. Wer Musik liebt, die ständig neue Haken schlägt, musikalische Grenzen ignoriert und ihre Hörer immer wieder überrascht, findet hier einen ebenso fordernden wie lohnenden Hörtrip.

Marco Rauland (Info) (Review 37x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Epitome Of Evil?
  • Underworld Debauchery
  • Libido-induced Anabasis
  • Candyshop
  • Poolside Blowout
  • Das Auge, womit ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, Womit Gott Mich Sieht
  • The Devil You Don't Know
  • The Lesser Good
  • Kyrie Eleison
  • A Ware Ness
  • No Whine Left Behind

Besetzung:

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